Baubeginn Bäckerbreitergang 1-4, Hamburg

Am 1. November 2010 war Baubeginn für die Wohnbebauung Bäckerbreitergang. Das Projekt im Auftrag der städtischen SAGA Siedlungsaktiengesellschaft Hamburg umfasst den Neubau von 28 öffentlich geförderten Wohnungen im Niedrigenergiehausstandard. Das Grundstück am Bäckerbreitergang liegt im Zentrum der Hamburger Neustadt zwischen Musikhalle und Wallanlagen sowie Gänsemarkt und Binnenalster.

Auf dem Eckgrundstück befinden sich zur Zeit baufällige vier- bis fünfgeschossige Wohnhäuser und ein eingeschossiger Gewerbebau. Die um 1870 entstandene Bebauung reagierte nicht auf die Baufluchten der angrenzenden Nachbarbebauungen. Die starke Verengung des Straßenraums an dieser Stelle war deshalb der Anlass für eine städtebauliche Neuordnung des Grundstücks. Nach Abschluss der Abbrucharbeiten etwa im Februar 2011 beginnen im Frühjahr 2011 die Bauarbeiten für den Neubau. Die Fertigstellung ist für November 2012 geplant, die Baukosten betragen etwa 3,65 Millionen Euro.

Durch die geplanten Wohnformen wird an die historische Gängeviertelbebauung, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Hamburger Alt- und Neustadt bestimmte und in unmittelbarer Nachbarschaft nördlich der Kaiser--Wilhelm-Straße noch besteht, angeknüpft.
Das Baugebiet, ansonsten von gründerzeitlichen Geschosswohnbauten am Bäckerbreitergang und der Neustädter Straße sowie Reformarchitektur am Breiten Gang geprägt, erhält mit dem Neubau eine sechsgeschossige zeitgemäße Bebauung unter Betonung der Ecksituation. Ein zurückgenommenes Staffelgeschoss am Bäckerbreitergang nimmt Bezug zum nördlichen Nachbarn auf. Die Höhenentwicklung an der Neustädter Straße geht auf den östlichen Nachbarn ein. Der Straßenraum wird hier durch eine in Material, Maßstäblichkeit und Gestaltung zurückgenommene Grundhaltung beruhigt. Der Stadtgrundriss wird konsequent aufgenommen und fortgeführt. Am Bäckerbreitergang liegen „Haus im Haus“-Maisonette-Wohnungen. Sie sind im Erdgeschoss direkt von der Straße erschlossen. Die Maisonette-Wohnungen der Obergeschosse werden vom Hof aus über Gänge erreicht. Der Kopfbau mit seinem Hauptzugang von der Neustädter Straße interpretiert den klassischen Geschosswohnungsbau.
Die Straßenfassaden erhalten eine Verblendung in Ziegel. Ein ruhiges Spiel unterschiedlicher Fensterformate und Balkone gliedert die Fassaden und betont die markante Ecksituation des Hauses, ohne sie zu überzeichnen. Die Hoffassaden werden in hellem Putz ausgeführt. Der Niedrigenergiehausstandard (KfW-Effizienzhaus 55) wird durch Wärmebrückenfreiheit, hochwertige Wärmedämmung, kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung und kompakte Bauweise erreicht. Die Jahresenergiekosten pro Quadratmeter Wohnfläche werden bei etwa 7 Euro bei Zugrundelegung von derzeit 6 ct./kWh liegen.